Unsere hohen hygienischen Standards haben viele positive Auswirkungen – wie etwa eine lange Lebenserwartung und eine niedrige Kindersterblichkeit. Doch es gibt auch eine Kehrseite: In Studien konnte ein Zusammenhang zwischen hohen Hygienestandards und Allergien festgestellt werden. Ein zu viel an Sauberkeit ist dafür verantwortlich, dass immer mehr Menschen in unseren Breiten an Allergien leiden.
Wer von einer Hausstaubmilben-Allergie betroffen ist, sollte entsprechende Vorkehrungen treffen. Betroffen ist davon etwa das Bett, welches üblicherweise ein Hort für Hausstaubmilben ist.
Bei Allergikern sollten für Decken und Kissen Materialien verwendet werden, die hygienisch gereinigt werden können. Die Bettwäsche sollte möglichst bei 95° Celsius waschbar sein. Sie muss mindestens vierzig Minuten gewaschen werden, um sämtliche Milben abzutöten. Daunendecken und -kissen eignen sich daher nicht besonders für Allergiker. Synthetische Bettwäsche eignet sich besser, sie ist pflegeleichter, atmungsaktiver und meist bei 95° Celsius waschbar.
Dies gilt ebenso für Bettwäsche aus Kapok (Pflanzendaunen). Die Bettwäsche sollte spätestens nach zwölf Wochen wieder gereinigt werden, da ansonsten die Milbenansiedelung in der Wäsche wieder ihren Ausgangspunkt erreicht. Doch hier gilt: Je öfter gewaschen wird, desto besser. Besonders geeignet für die Reinigung der Bettwäsche sind Waschmittel auf pflanzlicher Basis, da diese den Organismus des Allergikers nicht noch zusätzlich reizen.
Milbendichte Bettwäsche für Allergiker zeichnet sich besonders dadurch aus, die Partikel aus der Matratze gut zurückhalten zu können. Sie ist außerdem luftdurchlässig. Milbendichte Bezüge für Matratze sowie Decke und Kissen verringern die Häufigkeit, mit der gewaschen werden muss.
Beim Kauf sollte darauf geachtet werden, dass die Bezüge nicht nur milbendicht, sondern auch milbenkotdicht sind. Dies ist notwendig, da der Kot der Milben meist die eigentliche Substanz ist, welche die Allergie auslöst. Die Bettwäsche sollte jeden Tag aufgeschüttelt und gelüftet werden, um die Milben in Decken und Kissen zu dezimieren. Anti-Milben-Sprays sollten besser nicht genutzt werden, da ihre Wirkung nicht ausreichend belegt ist und einige von ihnen sogar die Gesundheit gefährden können.
Für die Nachtwäsche eignen sich vor allem Materialien wie unbehandelte Baumwolle und Seide. Verschiedene Materialien und deren Vor- bzw. Nachteile können in unserem Materialvergleich nachgelesen werden.
Unbehandelte Materialien sind atmungsaktiv und können Schweiß besser aufnehmen als Wolle oder Kunstfasern. Auch für die das abendliche Waschen sollten Waschmittel verwendet werden, die keinerlei Parfüms, Konservierungsstoffe oder Farbstoffe beinhalten. Auf Weichspüler sollte bei der Nachtwäsche auch verzichtet werden.